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Die Vereinsgeschichte
Die MARS-ROTWEISS, der
traditionsreiche Radsportverein aus Frankfurt am Main blickt auf |
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| Die Jahre von 1902 bis 1927 | 1902-2002 | ||||||||||
| Die Jahre von 1927 bis 1945 | |||||||||||
| Die Jahre von 1945 bis 1970 | |||||||||||
| Die Jahre von 1970 bis 1985 | |||||||||||
| Die Jahre ab 1985 / Siege – Typen – Meisterschaften | |||||||||||
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Die Jahre von 1902 bis 1927 Tradition verpflichtet, meint ein altes Sprichwort, und wenn sie 100 Jahre alt ist, gilt das ganz besonders. Beim RSC MARS-ROTWEISS ist man sich dessen bewusst, und so war das Jahr 2002 ein ganz besonderes Jahr. Seit dem 14. Oktober 1902 gibt es in Frankfurt den RRC MARS. Es seien 25 junge Leute gewesen, so überliefert es die Chronik, die sich an jenem Tag im „Restaurant Hess“ in der Elbestraße zusammenfanden. Etliche Brüderpaare seien darunter gewesen. Nachnamen sind festgehalten: Hess, Mösch, Mai, Meininger, Götz, Fischer. Namen, die man zum Teil auch fünfzig Jahre später im Frankfurter Radsport noch nannte. Die Elbestraße war damals sicherlich noch nicht von gleißendem Glitzern überstrahlt wie hundert Jahre später. Das „Restaurant Hess“, das Gründungslokal, brauchte sicherlich noch keine Nachtkonzession. Es gab zwar zu jener Zeit schon einige Radfahrvereine in Frankfurt - der älteste war 21 Jahre vorher gegründet worden - aber die 25 jungen Leute wollten noch etwas Neues schaffen. Sie hatten sich auf einer Radrennbahn „vor westlichen Toren Frankfurts“ kennen gelernt. Es muss wohl die Radrennbahn am Rebstock gewesen sein, die damals existierte. Aber warum „Radrennclub Mars“? Waren die 25 Anbeter des roten Planeten? Den kräftigen Energieriegel gleichen Namens gab es damals sicherlich noch nicht. Die Antwort ist ganz simpel: „Mars“ war eine damals weit verbreitete Fahrradmarke. Die meisten der 25 Vereinsgründer fuhren auf „Mars-Rädern“. Es ist nicht überliefert, ob sie damals schon danach schielten, von der Fahrradfabrik gesponsert zu werden. Aber eigentlich waren solche Hintergedanken den Amateuren von damals fremd. Festgehalten ist, dass Sportkamerad Meininger zum Vorsitzenden gewählt wurde, Christian Götz den Posten des Kassierers übernahm, den er 18 Jahre lang ausfüllte. Meininger gab schon 1906 sein Amt an Hans Schaffner ab, der es bis 1930 inne hatte. Er leitete 1910 auch den Anschluss an den Bund Deutscher Radfahrer ein. |
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Die Jahre von 1927 bis 1945 Und wann kam der Vorname „ROTWEISS“ dazu? Das war 1933, am 14. November. Sechs Jahre vorher hatte sich in Sachsenhausen, in der Gaststätte Krämer in der Schweizer Straße der „Radsportclub ROTWEISS“ konstituiert, exakt am 9. Mai 1927. Auch da überliefert die Chronik Namen, die teilweise im Frankfurter Radsport noch immer bekannt sind: Becht, Gabelmann, Klug, Krämer, Miltenberger, Roth, Schedler, Simrock, Strehl und Weinstein. Sie seien am Anfang sehr erfolgreich gewesen, die ROTWEISSEN, heißt es in den Annalen. Deutsche Meisterschaften auf der Bahn, 1929 und 1930 hätten sie errungen. Allerdings nicht beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sondern beim VDRV, dem Verband Deutscher Radfahrvereine, der damals ein Eigenleben führte wie der „ARKB Solidarität“. Die beiden Vereine kamen sich näher, Josef Mösch von MARS und Willi Krämer von ROTWEISS waren die federführenden Personen bei der Fusion. Willi Krämer wurde Vorsitzender des neuen Vereins, Eduard Schätzlein sein Vize, und Schriftführer wurde Heinrich „Harry“ Hess. Er ist ein Stück Vereinsgeschichte. Er blieb im Amt, bis er 1968 starb. Alfred Seibert hütet sein dickes, schwarzes Protokollbuch, das Zeugnis ablegt von seiner Akribie und Leidenschaft für den Radsport. Er wirkte auch im Radsportbezirk Frankfurt und im Hessischen Radfahrerverband (HRV), und war jahrzehntelang Mitglied im Wettfahrtausschuss. Es gab kein Frankfurter Sechstagerennen zwischen 1951 und 1968, bei dem er nicht als pflichtbewusster Rundenzähler tätig gewesen wäre. Seit jenem November 1933 aber heißt der Verein „RSC MARS-ROTWEISS Frankfurt“. |
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Die Jahre von 1945 bis 1970 Einmal noch gab es eine Unterbrechung. Als man sich 1945, direkt nach Kriegsende, wieder sammelte, waren viele, viele nicht zurückgekehrt! Das beklagte man nicht nur im RSC MARS-ROTWEISS, sondern auch in anderen Frankfurter Vereinen. So war es eine logische Konsequenz, sich zusammenzuraufen. In der „Saalburg“ im Frankfurter Nordend trafen sich im Herbst 1945 die Frankfurter Radfahrer. Heinrich Kühling und Karl Mösch, der später jahrzehntelang auf der Stadion-Radrennbahn und in der Festhalle als Bahnfahrwart wirkte, vertraten den RSC MARS-ROTWEISS, Fritz Hirth und Heini Kohlenberger, der bald später Vorsitzender des Hessischen Radfahrerverbandes wurde und bei allen Frankfurter Radrennen die Aufgabe übernahm, das Publikum über Mikrofon zu informieren, den RV Staubwolke. Man beschloss eine Fusion. Der neue Verein nannte sich Radfahrverein Sachsenhausen. Er blieb nur drei Jahre bestehen. Die Generalversammlung 1948 beschloss, wieder auseinander zu gehen. Es gab wieder den RSC MARS-ROTWEISS und den RV Staubwolke, der allerdings Ende der fünfziger Jahre aufgelöst wurde. Etliche Staubwolke-Fahrer wie Norbert Forkel, die Brüder Brügelmann, Manfred Müller und Manfred Puff verstärkten fortan die Armada des RSC MARS-ROTWEISS als sie zurück kehrten. Bei MARS-ROTWEISS beklagte man, dass dem Bombenhagel des 22. März 1944 im Vereinslokal „Pfalz“ alle Trophäen zum Opfer gefallen waren. Das 1906 gestiftete Banner allerdings war gerettet worden. Mitglied Robert Erb verwahrte es in seiner Wohnung und rettete es, als die Wohnung brannte. Zum „Hundertjährigen“ konnte es bewundert werden. |
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![]() Deutsche Meisterschaft im Tandemfahren 1978 in Stuttgart. Den Titel holte Andreas Urnauer (MRW) mit Partner Josef Kristen (Köln) ![]() Der ganz junge Nachwuchs im Trainingslager 1980 mit Trainer Alfred Seibert ![]() 1981 Hessenmeisterschaft Bahn. Die MRW errang den den Hessentitel im 4er-Mannschaftsfahren der Jugend, Frank Groß, Stefan Sosnowski, Bernd Urnauer und Thomas Meinecke ![]() 1987 Hessenmeisterschaft Bahn. Die MRW wird Hessen- meister im 4er-Mannschaftsfahren der Amateure. v. l.: Jens Zemke, Bernd Urnauer, Peter Zimmer und Peter Rohracker |
Die Jahre von 1970 bis 1985 Die Existenz des Vereins geriet noch einmal in Gefahr. Ende der Sechziger Jahre herrschte in Frankfurt - angeregt vom damaligen Sportdezernenten Professor Peter Rhein - die Tendenz zu großen Fusionen der Sportvereine. Auch im Radsport schlossen sich die großen Vereine Germania und Adler sowie die kleineren Edelweiss Bornheim und Edelweiss Niederrad zur „Radsportgemeinschaft (RSG)“ zusammen. Erich Schenk, der damalige Vorsitzende des RSC MARS-ROTWEISS hatte auch Fusionspläne. Er verhandelte mit dem RV Sossenheim. Die Generalversammlung im Januar 1970 sollte darüber abstimmen. Hitzige Diskussionen gingen voraus. Das Ergebnis war eindeutig: „Wir bleiben unter uns!“, lautete es. Erich Schenk trat nicht nur zurück, sondern auch aus dem Verein aus. Kurt Wurm übernahm den Vorsitz. Es folgten Jahre mit einer Fülle von Veranstaltungen, unter anderem wurden Schülerrennen in Absprache mit Theo Intra (Sossenheim) und der RSG Frankfurt abwechselnd angeboten und führten den Frankfurter Radsport aus einer Talsohle im Nachwuchsbereich. Hierzu gehört 1980/81 auch die „ Belgische Woche“, mit sieben Rennen an sieben aufeinander folgenden Tagen. Eine Idee von Ex-Profi Horst Holzmann. Von den unzähligen Veranstaltungen, die der Verein im Laufe der letzten 25 Jahre abgewickelt hat, ragt die Jubiläumsveranstaltung von 1977 heraus. In Bergen-Enkheim, wo schon so viele Frankfurter Radrennen stattfanden, der Bezirk regelmäßig seinen Frühjahrspreis ausrichtete und die Hessen-Rundfahrt ankommt, wurde die Deutsche Meisterschaft im Straßenrennen der Amateure ausgetragen. Der Kurs mit dem steilen Anstieg von Enkheim nach Bergen durch die Röhrborngasse ist sehr selektiv. Der damalige Bundestrainer Karl Ziegler und der Straßenfachwart Claus Nass waren von der Strecke überzeugt. Mit Wilfried Trott aus Radevormwald gewann einer der hohen Favoriten mit 40 Sekunden Vorsprung vor dem Kölner Michalsky und einer Minute vor Jan Smyrak. Trott war 1972 beim Olympischen Straßenrennen in München sechster geworden, und den deutschen Titel hatte er 1975 schon einmal gewonnen. Dieser Juli 1977 war ein Monat, in dem der Radsport in Deutschland ins Blickfeld rutschte wie nie zuvor. Schuld daran trug der Frankfurter Profi Dietrich Thurau, der in der Tour de France fünfzehn Tage im Gelben Trikot fuhr, fünf Etappen gewann, fünfter im Gesamtklassement und bester Jungprofi wurde. Am Tag, als in Bergen Wilfried Trott Amateurmeister wurde, feierte Thurau in Paris nach einem kurzen Zeitfahren seinen fünften Etappensieg. Doch nicht nur das 75jährige Jubiläum war Anlass für eine besondere Veranstaltung beim RSC MARS-ROTWEISS. Zum 80. Geburtstag - also 1982 - organisierte er die Deutsche Schülermeisterschaft auf einem Kurs bei Urberach. Das wiederholte er 1985. |
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Die Jahre von 1985 bis 2002 / Siege –
Typen – Meisterschaften Und wie im Jahr zum Hundersten standen schon 1988 und 1997 die Ausrichtung der Hessenmeisterschaft auf der Straße, beide Male im Odenwald, auf dem Programm des Vereins. 1951 und 1989 außerdem die Hessenmeisterschaft auf der Bahn und im Jahre 1979 die hessische Bergmeisterschaft. Und fast Jahr für Jahr engagierte man sich bei Rundstreckenrennen. Erst im Wendelsweg, wo nach sechs Jahren das Rennen „vom Verkehr erdrosselt wurde“ und deshalb die Genehmigung ausblieb. Man zog um in die Nordweststadt, an die Louisa, nach Sprendlingen, Neu-Isenburg und Klein-Auheim. Auf jeweils vier bis sechs Austragungen kam die Statistik. Doch dann in Königstein, dank der großartigen Unterstützung der Stadt mit ihrem rührigen Kurgeschäftsführer Rainer Kowald, baute sich eine richtige Tradition auf. Vierzehn Mal schickte der RSC dort die Rennfahrer über einen Kurs, der so schwer war, dass in manchem Jahr die ausgelobten Preise gar nicht an den Mann gebracht werden konnten. Zu wenig Fahrer hatten durchgehalten. Dort stellte sich auch eine imposante Siegerliste auf mit Assen wie Rolf Gölz, Jörg Waida, Thomas Krön, Timo und Ralph Berner, Kai Hundertmark, sowie Jens Zemke und Roland Nestler. Zemke und Nestler, das sind zwei der jüngeren Vereinsgeschichte, die für MARS-ROTWEISS allerlei Ehren eingelegt haben. Jens Zemke fuhr vom Schüler über Jungend, Junioren und die ersten Amateurjahre im ROT-WEISSEN Trikot und errang dabei schon etliche Siege für den MARS. Seine ganz großen Erfolge waren viermal Deutscher Bergmeister, Sieger der Hessen-Rundfahrt und etlicher schwerer Straßenrennen erkämpfte er als Mitglied der Bundesliga-Mannschaften der RSG Wiesbaden, RSG Frankfurt, Olympia Dortmund und als Profi beim Team Nürnberger. Aber er ist dem Verein stets ein treues Mitglied geblieben. Und wenn man sich im Dezember zur Jahresabschlussfeier trifft, dann ist der lange Jens mit seinen Eltern fast immer dabei. Roland Nestler aus Leipzig kam direkt mit der Wende nach Frankfurt. Er nannte sich selbst gern den „gleenen Sachsen“ und möbelte die Rennbilanz des Vereins in den Neunzigern prächtig auf. Nicht nur in Königstein, auch als Zweiter (1992) und Etappensieger (1995) der Hessen-Rundfahrt, als Siebenter der Deutschen Meisterschaft 1991, mehrfacher Hessenmeister, Sieger beim Klassiker „Rund um die Hainleite“ in Erfurt und Sieger in vielen „Kerberennen“. Der erste erfolgreiche Rennfahrer, der in der Chronik erwähnt wird, war Peter Siegel. Einer der unverwüstlichen, der vor dem Krieg in großen Straßenrennen für Furore sorgte, nach dem Krieg als Altersfahrer, wie sich die Senioren damals bescheiden nannten, während sie heute - dem Zeitgeist folgend - als „Masters“ tituliert werden wollen. Stolz war man bei der MARS-ROTWEISS auch auf Walter Löber, der schwere Rennen wie „Berlin-Cottbus-Berlin“ und „Rund um die Hainleite“ gewann, 1939 sogar Deutscher Straßenmeister der Profis wurde. Er war einer von nur zwei Frankfurter Profis (der andere war Bruno Roth), die zum elitären Kreis von rund 80 Berufsfahrern zählten, die in jener Zeit in etwa zehn von der Fahrradindustrie gesponserten Mannschaften, Sonntag für Sonntag die schweren Traditionsrennen in Angriff nahmen. Er war aus dem RSC MARS-ROTWEISS hervorgegangen, zog später seiner beruflichen Zukunft wegen in die Fahrradstadt Schweinfurt. In der frühen Nachkriegszeit, als der Bahnradsport weit mehr florierte als der Straßenrennsport, waren in erster Linie Günter Zirbel und Helmut Bratengeier die Erfolgsgaranten des RSC MRW. Ein seltsames Paar. Zirbel ein solider Arbeiter, fleißig, willensstark, Bratengeier ein Riesentalent, dem zuzutrauen war, in die internationale Spitze hinein zufahren, der aber nicht nur seinen Sport, sondern auch das Leben liebte. Sie wurden Zweite der Deutschen Meisterschaft, gewannen viele der damals sehr populären 2er-Mannschaftsrennen, die oft genug über die mörderische, klassische Distanz von 100 Kilometern führten. Im Jahr 1952, als deutsche Radrennfahrer gerade wieder international starten durften, gewannen sie zusammen mit Artur „Stift“ Scherer vom RV Adler und Erwin Moos vom RV Sossenheim, dem Mitorganisator des Rennens „Rund um den Henninger Turm“ auf der Frankfurter Stadionbahn einen Länderkampf gegen die japanische Nationalmannschaft, die auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Paris war. Auch der deutsche Jugendmeister 1947, Willi Schäfer aus Langenselbold, gehört in die Chronik. Denn als er sie gewann, bestand ja der RV Sachsenhausen, die kurzzeitige Fusion von MARS-ROTWEISS und Staubwolke. Später, als Willi Schäfer 1949 dann in Aachen Deutscher Verfolgungsmeister wurde, startete er für den RV Germania. Einen deutschen Jugendmeister aber feierte man auch 1956. Dieter Stärker hieß er, und die von ihm im Sprint geschlagenen, Hans Mangold aus Mannheim und Rolf Wolfshohl aus Köln, sollten in späteren Jahren zur deutschen und zur internationalen Rad-Elite zählen. Wolfshohl wurde ja gar mehrmals Querfeldein-Weltmeister, Sieger der Spanien-Rundfahrt und Sechster der Tour de France. Nur schade, dass Stärker, aus welchen Gründen auch immer, sehr früh mit dem Radsport aufhörte. Ehe wieder einmal ein deutscher Titel gefeiert werden sollte, vergingen zwei Jahrzehnte. Andreas Urnauer, dessen Vater und Onkel sich um Vorstandsarbeit und besonders um die Radtouristik bei MARS-ROTWEISS verdient gemacht haben, gewann einen Titel zusammen mit dem Kölner Josef Kristen. Die saßen zusammen auf dem Tandem. Auf der Rennbahn in Stuttgart feierten sie ihren Triumph. Doch während Kristen später ein erfolgreicher Profi wurde, besonders als Sechstagefahrer, konzentrierte Andy Urnauer sich um das berufliche Fortkommen. Dabei hatte seine Erfolgsserie in Schüler- und Jugendklasse zu allerlei Hoffnung Anlass gegeben. Viele Rennfahrer aus den verschiedenen Jahrzehnten wären noch zu nennen, wenn es gilt, die Erfolgslisten im RSC MARS-ROTWEISS zusammenzustellen. Alle zu nennen ist unmöglich, und wer sich nun nicht in der Chronik wiederfindet, mag es nicht persönlich nehmen. Eine Vierermannschaft ist nicht zu übersehen, die 1962 Hessenmeister über 100 Kilometer wurde mit dem langen Kurt Christ, mit Roland Eurich, der so oft gewann auf Bahn, Rundstrecke und Straße, mit Dieter Grabosch - Vater des heutigen 2.Vorsitzenden Stefan Grabosch - und Heinz Erhardt. Zu ihrer Zeit sorgten auch Günter Calzaferri, Otto Schätzler, Helmut Wagener, Roland Beer, Klaus Damerow und Peter „Max“ Gnewikow für allerlei Trophäen. In der Ära des Andreas Urnauer gab es auch dessen Bruder Bernd Urnauer, Stefan Sosnowski, die Brüder Thomas und Jens Meinecke, und in den Neunzigern neben Nestler und Zemke auch Marco Schlittchen. Diese Ära ist bis zur heutigen Zeit geprägt von Alfred Seibert. Kein Rennfahrer in den letzten 30 Jahren im Verein und in der LG-Frankfurt, der nicht schon von Alfred betreut wurde. Sein Einsatz weit über die Vereinsgrenzen hinaus hat viel zum positiven Erscheinungsbild des RSC MARS-ROTWEISS beigetragen und darf deshalb in der Chronik nicht fehlen. Aber es gab im langen Vereinsleben nicht nur Jubel und Sonnenschein. Der Radsport fordert auch seine Opfer. Jürgen Becker war ein viel versprechender Nachwuchsfahrer, stand 1976 mitten in einer von Siegen garnierten Karriere, als er bei einem Rennen in Luxemburg zu Tode stürzte. Trainingsunfälle kosteten auch Thomas Braum und Christian Sosnowski das Leben. Die Schattenseite des Radsports. Die hat auch Klaus Lungershausen erlebt, der ein tüchtiger Bundesligafahrer war, als er bei einem Bundesligarennen im Harz so schwer stürzte, dass er einige Zeit in Lebensgefahr schwebte und letztlich bleibende Schäden davon trug. Sie hinderten ihn nicht, mit dem Radsport weiterzumachen, wenn auch künftig mehr und öfter in der Handicap-Klasse als in normalen Rennen. Bei Welt- und Europameisterschaften sammelte er Medaillen, und bei den Paralympics 2000 in Sydney zweimal Silber, die dem RSC MARS-ROTWEISS einen Ehrenabend wert waren. Klaus Lungershausen ist einer der Erfolgsfahrer des Vereins in der Gegenwart, wie auch Rundstrecken- und Bahnspezialist Frank Kowatschitsch aus Marbach am Necker, der sich 2001 dem Frankfurter Club anschloss. Im Winter rollt er als Profi über die Sechstagebahnen Europas, im letzten Sommer war er Fünfter der Deutschen Meisterschaft im Punktefahren und mit dem Böblinger Gerd Dörich zusammen Vierter der Meisterschaft im 2er-Mannschaftsfahren und füllte die Siegerliste 2001 und 2002 weiter auf. Traditionsgemäß sind jedes Jahr Siege bei der Hessischen Straßenmeisterschaft angesagt. Marc Pohl bei den Masters 2001, davor Andreas Fliesgarten, der im Jahr 2000 für MARS-ROTWEISS Hessenmeister der „U23“ geworden ist. Diese Tradition wurde auch bei der Meisterschaft, die der RSC MARS-ROTWEISS anlässlich des Hundertjährigen ausrichtete, fortgesetzt. Jurek Wozniak gewann bei den Masters vor Martin Fischer. Frank Kowatschitsch wurde bei der Elite 2., Lore Faber bei den Frauen 3. und weitere gute Ergebnisse rundeten die sehr gelungene Veranstaltung ab. Besonders erfreulich sind die drei Deutschen Meistertitel im Jubiläumsjahr. Klaus Lungershausen holte sich zwei Deutsche Meister in der Handicap-Klasse auf der Straße. Und Frank Kowatschitsch hat sich und dem RSC MARS-ROTWEISS ein besonderes Geschenk gemacht: Frank Kowatschitsch gewann die internationale 4-Bahnen-Tournee und wurde am 5. Juli 2002 mit seinem Partner Lars Teutenberg Deutscher Meister im 2er-Mannschaftsfahren! |
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Frank Kowatschitsch,
der 30-jährige Bahn-Spezialist, holte sich mit seinem Böblinger
Dauer-Partner Gerd Dörich bei den Deutschen Meisterschaften am 04.09.2004
in Leipzig den Titel im 2er-Mannschaftsfahren über 50 km. „Endlich haben
wir es geschafft, nachdem wir uns im Vorjahr mit Platz drei zufrieden
geben mussten”, sagte Frank Kowatschitsch, der sich in den letzten Monaten
intensiv auf die nationale Meisterschaft in Leipzig vorbereitet hatte, bei
der Vier-Bahn-Tournee Dritter wurde und ansonsten seine Form bei Kriterien
testete. In Leipzig gelang den beiden 6-Tage-Fahrern ein ausgesprochenes
Kunststück, holten sie sich doch mit null Punkten den Titel. „Damit kann
man auch ebenso Letzter werden”, schmunzelte Kowatschitsch, mit 1,88 m
einer der größten Athleten auf der Bahn. Ein einziger Rundengewinn zur
Rennhalbzeit auf der schweren, 400 m langen Betonpiste in Leipzig, reichte
dem Duo, um die komplette Berliner und Thüringer Konkurrenz hinter sich zu
lassen. „Wir haben natürlich gemerkt, dass sich die Berliner nicht grün waren. Wir waren von Anfang an auf einen Rundengewinn aus und haben den richtigen Moment abgepasst, als das Feld nach den Sprints schon etwas müde wurde. Somit hat uns unsere Erfahrung viel geholfen”, beschrieb Frank Kowatschitsch den entscheidenden Vorstoß. Wobei das Rennen alles andere als langsam war. Nach genau 59:51 Min. waren Kowatschitsch und Dörich im Ziel. |
![]() MRW-Profi Frank Kowatschitsch und Partner Gerd Dörich |
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![]() Das Jahr 2007: 1. Vorsitzende Rolf Ortlepp gratuliert Alfred Seibert zu seinem 75. Geburtstag
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Unser Ehrenmitglied
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| Die Chronik zur Vereinsgeschichte der MARS-ROTWEISS wurde mit Hilfe der Festschrift zum 75-jährigen Vereinsbestehen und der Nachbearbeitung von dem Radsport-Fachjournalisten Helmer Boelsen neu erstellt. |
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